Possehl-Brücke wird zum Faß ohne Boden!

 

Im „Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler“ werden regelmäßig Verkehrsprojekte aufgegriffen, bei denen es zu unerwarteten Kostenexplosionen kam und bei denen sich die Bauzeit immer mehr verzögerte. Der Berliner Flughafen sorgt zwar durch vielbeachtete Medienberichte immer wieder für Negativschlagzeilen, ist aber nur die Spitze des Eisberges. Überall in Deutschland sorgen unfähige Bauverwaltungen dafür, daß wichtige Verkehrsprojekte für den Steuerzahler unüberschaubar werden.

 

Ein aktuelles Beispiel, welches auch im Schwarzbuch Erwähnung fand, ist die Possehlbrücke in Lübeck. Da der Beton bröckelte und die Brücke auf hundert Jahre alten Holzpfählen errichtet wurde, erteilte die Stadt im April 2014 einen Neubauauftrag für 9 Millionen Euro. Der Fertigstellungstermin wurde damals auf den 31. Januar 2017 festgelegt. Bereits kurz nach Baubeginn kam es zwischen der Hansestadt und dem Bauunternehmen zu Unstimmigkeiten. Offenbar war die Planungsvorbereitung und die Leistungsbeschreibung nicht eindeutig genug ausgeschrieben. Die Arbeiten verzögerten sich nicht nur, sondern wurden auch erheblich teurer. Zwischenzeitlich stockten die Arbeiten sogar, weil sich Stadt und Bauunternehmen nicht über die Kosten einigen konnten. Um ein langjähriges Gerichtsverfahren zu vermeiden, einigte man sich außergerichtlich. Das Bauunternehmen erhält nach Presseberichten einen Festpreis von 15 Mio. Euro, wenn die Brücke im November 2019, also fast 3 Jahre später als ursprünglich geplant, fertig wird.

 

Unglaublich, ein Bauprojekt wird 6 Millionen Euro teurer als veranschlagt und die Bauzeit verdoppelt sich und trotzdem gibt es weder in der Bauverwaltung noch beim Bauunternehmen Konsequenzen. Im Gegenteil, jeder weißt die Schuld weit von sich. Leittragender ist wieder einmal der Steuerzahler, der nicht nur die Kosten trägt, sondern auch noch jahrelang vom Stau geplagt ist. Eine Behelfsbrücke, die dieses Chaos hätte verhindern können, wurde aus Kostengründen abgelehnt. Wir Nationaldemokraten fragen uns, warum wichtige Bauprojekte früher in kürzester Zeit verwirklicht wurden, während man heute dafür Jahrzehnte benötigt. Ein weiteres gutes Beispiel dafür wäre der Bau der A20, aber das ist ein anderes Thema….

 

 

Jörn Lemke
NPD Lübeck/Ostholstein
08.12.2018

 

 

 


 
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Verweise